Mahamadou Coulibaly - Brücke zwischen Subsahara-Afrika und Europa

Mahamadou Koulibaly wurde in Niamey (Niger) geboren und ist dort aufgewachsen. An seine Kindheit hat er viele schöne Erinnerungen.

“Wir hatten früher eigentlich alles. Die Familie war jeden Tag um mich, wir konnten jeden Tag spielen gehen, wo und wann wir wollten und es war einfach immer was los. Damals ging es meinem Land meiner Meinung nach auch besser. Denn wenn ich es mit den heutigen Gegebenheiten vergleiche, kann ich leider nur den Kopf schütteln.”

Studium in Deutschland

Mahamadou verließ den Niger nach seinem Abitur 2002, um sich in Deutschland weiterzubilden. Sein Bruder studierte bereits in Magdeburg und so beschloss Mahamadou, in die Nähe nach Münster zu ziehen.

Erst 2007 kam er das erste Mal wieder in den Niger zurück. In nur fünf Jahren hatte sich vieles verändert. Ganz besonders die Herausforderungen bei der nationalen Energieversorgung fielen ihm bei seiner Rückkehr verstärkt auf. Es gab fast täglich Stromausfälle. Wenn der Strom dann wieder lief, wusste man nicht, wie lange und es war schwer, so produktiv zu sein, geschweige denn etwas zu planen. Auch das soziale Leben war nicht mehr so unbeschwert. Es gab wirtschaftliche Probleme und dadurch verschlechterte sich auch die Sicherheitslage im Niger. Es hatte sich viel verändert, aber nicht unbedingt alles zum Guten.

Erneuerbare Energien als Zukunftsvision

“Es hat mich belastet, zu sehen, wie selbstverständlich Strom im Vergleich dazu in Deutschland ist. Zuerst wollte ich Jura studieren, aber da ich mich mehr und mehr für die aktuellen Themen im Energiesektor interessiert habe, habe ich mich dann dazu entschieden, ein Mechatroniker Diplom zu absolvieren. Mich haben die technischen Aspekte interessiert.”

Mahamadous Anreiz war es damals, die Probleme im Energiebereich wirklich anzupacken und mit seinem Wissen dann auch etwas im Niger bewegen zu können. Einen besonderen Fokus legte er auf Erneuerbare Energien.

“Erneuerbare Energien sind der einzige Weg in eine nachhaltige Zukunft. Ich möchte sie auch für mein Land, den Niger, für Westafrika und eigentlich für ganz Afrika attraktiver machen und promoten.”

Nach seinem Diplom arbeitete er ein Jahr lang bei Enercon, einem Ingenieurbüro, das hauptsächlich Energie- und Anlagenconsulting betreibt. Dort schrieb er auch seine Abschlussarbeit.

Ein Jahr später verschlug es ihn aufgrund eines besseren Jobs nach Leipzig zu Enoenergie, wo er der Hauptverantwortlicher im Bereich Wartungs- und Störungsarbeiten an Windkraftanlagen war.

Wie schafft man nachhaltigen Impact?

Das Jahr 2015 veränderte bei Mahamadou einiges.

“Zu der Zeit kamen, neben Ländern wie Syrien und Afghanistan, auch viele Menschen aus aus Subsahara-Afrika nach Deutschland, da sie aus verschiedenen Gründen gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. So viele Menschen zu sehen, die in ihrer Heimat absolut keine Perspektive mehr hatten, war für mich nochmal ein prägendes Erlebnis. Die Stimmung in Deutschland war sehr aufgeheizt und manche reagierten auch sehr abwehrend auf die Menschen.”

Das veranlasste Mahamadou, seine eigene Karriere zu hinterfragen. Er wollte den interkulturellen Austausch fördern und auch für sich selbst herausfinden, woran es den Menschen in ihren Heimatländern fehlt. Er stellte sich die Frage: Wie kann man die vorherrschenden Probleme beheben? Wie schafft man nachhaltigen Impact?

Damals schrieb er vielen Organisationen, die in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind, um sich zu informieren. Aber die erhaltenen Antworten waren für Mahamadou nicht zufriedenstellend. Er wollte sich genauer mit sozialen und auch historischen Aspekten der Entwicklungszusammenarbeit beschäftigen und eine Lösung finden, wie man aktiv etwas in den Herkunftsländern der Geflüchteten zum positiven verändern kann. Gerade vor dem Hintergrund, dass er viele junge Menschen aus dem Niger kennt, die Europa als einzigen Weg zu einem perspektivreichen Leben sehen.

Studium der Afrikastudium in Leipzig

“Von einem Freund habe ich von dem Studiengang Afrikastudien in Leipzig erfahren und mir gedacht, dort wird sich genau mit den Themen beschäftigt, die mich brennend interessieren. Und ich habe mich direkt eingeschrieben. Ich wollte nochmal einen geisteswissenschaftlicheren Ansatz an bestimmte Fragestellungen. Klar war es auch ein Risiko. Zu der Zeit war ich schon 36 und ich hatte Kinder, um die ich mich weiterhin kümmern musste und bin denen ich auch genug Zeit verbringen wollte.”

Mittlerweile ist Mahamadou in seinem letzten Semester der Afrikastudien angekommen und bereut seine Entscheidung nicht. Er hat viele neue Denkanstöße erhalten und weiß nun klar, was er möchte: Menschen, gerade auch im Niger, zu mehr Selbstbestimmung befähigen. Auch für ihn ist der erste Schritt zu mehr Selbstbestimmung die Bereitstellung von Energie. Denn sie ermöglicht vieles mehr: Produktivität, Bildung, Gesundheit etc…

Seine Zukunft sieht Mahamadou bei Africa GreenTec

Seit August arbeitet Mahamadou nun bei Africa GreenTec und sieht seine Zukunft in dem Unternehmen. Er ist Projektverantwortlicher im Niger. So kann er nicht nur tausende von Menschen zu mehr Selbstbestimmung und Wachstum befähigen, sondern sein Land nachhaltig positiv verändern.

Aktuell befindet sich Mahamadou im Tschad, wo die Vorbereitungen für unsere kommenden Kooperationen mit der Regierung und dem UNHCR auf Hochtouren laufen. Auch in diesen Projekten wird Mahamadou involviert sein.

“The future is bright. Ich freue mich gemeinsam mit Africa GreenTec, wirklich etwas bewegen zu können. Das Team ist toll, wir haben Großes vor.”

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