Fertigung vor Ort?

Ich habe mir die Frage gestellt, ob es nicht auch möglich wäre die Solartainer vor Ort zu fertigen - z.B. in stabilen Ländern wie Ghana. Dann wären die Transportwege kürzer, vielleicht sogar die Fertigungskosten günstiger. Arbeitslos würde dadurch wohl keiner - irgendwer müsste die Leute ja ausbilden. Was meint Ihr dazu?

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ich finde die Idee interessant. meines Wissens gibt es immer mehr Ansaätze z.B. auch von unserer Regierung mit dem Versuch, industrielle Beziehungen vor Ort aufzubauen. Mit einigen Fachläuten von hier vor Ort entsand ist das denke ich durchaus machbar, mal aus rein technischer Sicht.

Einige Unternehmen sind schon dabei, Wertschöpfung nach Afrika zu verlagern, siehe https://fairafric.com/de/.
Es fragt sich bloss, ob die Qualität der Produktion gesichert werden kann. Und dann wäre da noch der Unterschied zu „made in Germany“, das ja doch einen sehr guten Ruf hat. Aber wenn Qualität und Preis stimmen …

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Ja, eine gute Qualitätssicherung bräuchte es natürlich - es wird vermutlich eher schwierig, vor Ort Facharbeiter im klassisch-deutschen Sinne zu finden. Aber wer weiß? Ich hatte in Ghana immer den Eindruck, es mit ausgesprochen talentierten Handwerkern zu tun zu haben. Letztlich wird ja das eigentliche Tun immer erst gelernt, wenn man ein mal damit anfängt.

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Hi Florian, danke für deinen Beitrag!
Spannende Frage, die wir auch intern immer wieder diskutieren!
Selbstverständlich ist es für uns erstrebenswert, Arbeitsplätze in sub-Sahara Afrika aufzubauen (über unsere Tochtergesellschaften beschäftigen wir ja bereits über 60 Mitarbeiter (>3 x so viele wie in Deutschland) für Wartung und Betrieb.
Für die Produktion ist die Fragestellung allerdings nicht ganz trivial. Langfristig ist die lokale Produktion ein Ziel. In Forschung und Wissenschaft gibt auch innovative Ansätze bzgl. lokaler und dezentraler Fertigung in Ländern des Globalen Südens, mit denen wir uns beschäftigen.
Aktuell sind wir diesen Schritt aus verschiedenen Gründen noch nicht gegangen. Manche dieser Gründe wurden auch hier bereits genannt: die Ausbildung für die Produktion unseres nicht ganz unkomplexen Technologieprodukts und das „made-in-Germany“ (oder wenigstens designed-in-Germany und made-in-Europe) Image, was nicht nur potentielle Kunden, sondern auch Investoren wertschätzen.
Daneben gibt es aber auch andere Gründe, wie bspw. die Tatsache, dass der Stahlbau (welcher für die Containerproduktion notwendig ist) in Afrika kaum vorhanden ist während wir mit einem global etablierten Unternehmen mit hoher Kompetenz zusammenarbeiten. Auch Steuer- und Zollthematiken spielen eine Rolle. Ebenso die Gesamtbetrachtung der Supply Chain über die Einzelentscheidung des Fertigungsstandorts hinaus.

Ich hoffe das hilft, etwas besser zu verstehen, dass wir definitiv den Antrieb haben, lokal Arbeitsplätze zu schaffen, aber diesen Schritt aktuell noch nicht in Bezug auf unsere Produktion umgesetzt haben.

Gruß!
Jan

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Da Produktion könnte ja auch schrittweise verlagert werden. Vielleicht zuerst der Stahlbau? Oder einige weniger technische Komponenten? Jeder (modulare) Schritt hilft.

Ein weiterer Gesichtspunkt: Aber das macht auch die Logistik schwieriger. Zurzeit kommt alles in einem Stück aus Deutschland. Dann kommt das von zwei Orten und muss erst zusammengestrickt werden = erhöhte Komplexität.

Klare Aussage von mir: Am wichtigsten ist das Vertrauen in Euch und die Technik. Da darf es keine Abstriche geben. Alles andere ist zweitrangig.

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Hi Peter,
schrittweise wäre denke ich auch der „way-to-go“. Gerade beim Stahlbau sind wir aber auf Kompetenz bei unserem Zulieferer angewiesen. Und auch beim Stahlbau finden wir diese Kompetenz noch nicht vor Ort in Afrika - zumindest in einer Qualität, die garantiert, dass unsere Produkte unter den herausfordernden Bedingungen der ländlichen Regionen Westafrikas Jahre oder gar Jahrzehnte Bestand haben.

Mit kleinen Schritten gehen wir aber voran: Die Aufhängungen für unsere Zähler lassen wir bspw. lokal von einem unserer Stromkunden fertigen.

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