Umzug von Torsten und Aida nach Afrika

Ich schrieb:

Nach knapp 3 Monaten in Afrika auf Mission geht es heute für uns zurück nach Deutschland zu unserer Familie und unseren Freunden.

Wir haben einen wichtigen Entschluss gefällt, nämlich künftig den Lebensmittelpunkt nach Afrika zu verlegen. Nachdem Aida jetzt knapp 17 Jahren an meiner Seite in Deutschland gelebt hat und dort allerhand Rassismus und Diskriminierung erfahren hat, bin ich jetzt dran.

Deshalb geht es dieses Jahr in den Sahel wo wir uns für die nächsten 17 Jahre etwas aufbauen wollen um auch näher an unserer Arbeit und unserer Lebensaufgabe zu sein, den Menschen in den Dörfern des Sahel.

Die Entscheidung hat fast 3 Jahre gedauert und hat viele Folgen und Konsequenzen, wird aber für unsere Arbeit und den Erfolg unserer Projekte einen entscheidenden Unterschied machen.

Dieser Beitrag hat für einiges Aufsehen gesorgt, mit über 220.000 Views und vielen Kommentaren habe ich diese Woche unsere Entscheidung den Lebensmittelpunkt nach Afrika zu verlegen veröffentlicht.

Nachdem mich heute morgen sogar ein Journalist einer großer deutscher Tageszeitungen angerufen hat, möchten Aida und ich nochmal etwas detaillierter erklären, was das vor allem auch für Africa GreenTec bedeutet, den die Entscheidung hat ja mit der geschäftlichen Entscheidung zu tun, unter anderem unsere Produktion und die Verwaltung der Tochtergesellschaften im Bereich Operations & Maintance nach Senegal zu verlegen.

#WalkTheTalk - #nixBlaBla das heißt für uns auch selbst handeln

Letztlich ist es, wer A sagt muss auch B sagen, denn wir haben schon sehr früh versprochen, dass es zu einem Wissenstransfer und auch der Verlegung der Wertschöpfungsketten von Deutschland nach Afrika kommen muss und soll. Das liegt in der Natur der Sache und ist der Teil der Vision von Africa GreenTec, die uns so sehr unterscheidet von rein profit orientierten Unternehmen.

Wir glauben fest an den Erfolg von nachhaltigen, erneuerbaren Technologien und dem Nutzen für die Menschen, die Chance Fluchtursachen wirksam zu bekämpfen. Es macht auch aus Klimaschutzgründen keinen Sinn 20x im Jahr von Deutschland in den Sahel zu fliegen, deshalb wollen wir näher an den Projekten, näher an unseren Kunden und lokalen Mitarbeitern sein.

Für Aida war es die letzten 17 Jahre so, dass sie sich in Deutschland nicht wohl gefühlt hat. Sie ist letztlich aus Liebe zu mir und den Kindern geblieben. Nach vielen Jahren des Aufbaus ist es für uns jetzt wichtig, dass wir unsere Projekte noch stärker auf die Straße bringen, möglichst viele Menschen empowern, viele junge, motivierte Mitarbeiter:innen auszubilden, für den Wandel in der Region zu sorgen und sich für Klimaschutz in Afrika einzusetzen.

Aufmerksamkeit für die Folgen des Klimawandels schaffen

Leider sind die Folgen und auch die Ursachen des Klimawandels in Sub-Sahara-Afrika nicht präsent, nicht bekannt. Die Menschen bauen neue, ineffiziente Häuser, Städte, fossiler Verkehr. Elektromobilität ist in der Fläche nicht bekannt und wird wenn von chinesischen und indischen Unternehmen dominiert.

Auch die Chancen einer nachhaltigen Landwirtschaft wird nicht erkannt. Längst haben große Agrarkonzerne Afrika als Absatzmarkt für ihre Pestizide und Monokulturen erkannt und kaufen gigantische Flächen um industrielle Landwirtschaft zu betreiben.

Hier in Deutschland habe ich in den letzten 2 Jahren viel Frustration erlebt, es wird auf Konferenzen gelabbert und diskutiert, was man alles tun könnte, tun sollte, tun müsste. Es werden unglaubliche Summen an Gelder generiert und verdient und alle reden über SDGs und ESG und Impactinvesting, doch oft verbergen sich grün angestrichene Finanzprodukte dahinter.

Crowdinvesting in Afrika bekannt machen und für die Menschen einsetzen

Deshalb glaube ich können wir mit Crowdinvesting in Afrika viel erreichen, faire und transparente Darlehen an Menschen geben für die 5-6% Zinsen zu schultern sind, statt jetzt 25-30% von zweifelhaften internationalen Strukturen.

Was passiert mit dem Standort in Deutschland?

Daher werden wir unseren Lebensmittelpunkt verlagern. Wir wandern nicht aus und wir brechen auch keine Zelte ab. Unser deutsches Team bleibt an unseren Standorten in Frankfurt am Main und in Berlin, sowie in Düsseldorf.

Aktuell haben wir in Deutschland ca. 30 Mitarbeiter:innen und in Sub-Sahara-Afrika ca. 150. Wir werden in Deutschland mit allen weiterarbeiten. Neue Mitarbeiter werden wir im Sahel lokal aufbauen und ausbilden. In Deutschland ist Vorstand und CFO Prof. Dr. Wolfgang Rams fest im Sattel und kümmert sich um unsere Investoren und Finanzierungspartner, sowie die Strukturierung.

Für Africa GreenTec ist unser neuer Lebensmittelpunkt ein großer Vorteil, denn Aida und ich sind näher dran an den Operations und der Produktion. So können Wolfgang und ich uns gut die Bälle zu spielen und sind jeder mit dem was er gut kann präsent.

Wenn ihr darüber hinaus noch Fragen zur aktuellen Entwicklung habt, beantworten wir euch diese gerne.

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Letztendlich ist doch wurscht wo Ihr wohnt! Ob Ihr in Deutschland wohnt und drei Viertel des Jahres in Afrika seid oder dort wohnt und immer wieder auch hier, völlig egal. Das müssen wir alle noch lernen, dass in einer globalen Welt der Standort gar nicht mehr die ganz große Rolle spielt. Es dürfte klar sein, dass für Euer Business beide Welten relevant sind und daher nur ein „Beides“ impact hat.

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Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute und dass diese Entscheidung auch für Euch persönlich nur positve Auswirkungen hat!
Martin

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Viel Erfolg und Glück auf Eurem Weg.

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Fofo, absolut nachvollziehbare Entscheidung, auf allen Ebenen. Je suis jalouse :+1:t4::blush::joy:

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Ich kann eure Entscheidung sehr gut verstehen und wünsche euch beiden als auch euren Familien alles Glück der Welt! Und natürlich weiterhin viel Kraft für euren Einsatz und viel Erfolg bei der Umsetzung eurer Projekte!
Ihr seit authentisch und eine Inspiration für viele Menschen weltweit!!!

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Liebe Aida, lieber Torsten, ich wünsche Euch auch alles erdenklich Gute und finde Eure Entscheidung total schlüssig. Wer Nachhaltigkeit als Motto lebt konzentriert sein Wirken dort wo er den größten Einfluss geltend machen kann. Neben dem Verzicht aufs Fliegen werde ich mich nun für eine nachhaltigere Gemeinde/Stadt engagieren. Mal sehen wie ich den trägen Haufen der Labernden in Bewegung bekomme…. Ich hoffe wir sind in 17 Jahren einen ordentlichen Schritt weiter…… Aida, Dir gilt mein besonderer Respekt und Dank für 17 Jahre in Deutschland. Möge sich für Dich das Leben in Afrika wieder besser anfühlen. LG Heiko

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Liebe Aida, lieber Torsten,

eure Entscheidung finde ich überzeugend, konsequent und sehr nachvollziehbar. Und euer Umgang damit (öffentlich argumentieren) zeigt, dass »Transparenz« nicht nur ein Schlagwort für euch ist. Ich bin sehr gespannt auf eure neue Perspektive und davon wieder hier lesen zu können. Euch und allen euren damit involvierten Lieben wünsche ich alles, alles Gute für diese neue Zukunft. Ganz herzliche Grüße aus Berlin, margo

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