Thinking outside the Box - Rückblick der letzten Wochen

Hallo liebe Empower Community,

vor einigen Wochen habe ich mich und meine neuen Rolle für den Africa Greentec Foundation e.V. vorgestellt Seitdem ist einiges geschehen, was ich gerne mit euch teilen möchte:

Eröffnung der ImpactSite Ndiob, Senegal

Ende Mai haben wir die Eröffnung des ImpactSide in der Gemeinde N’diob im Senegal gefeiert. AAfrica_greentec und die Wilo Foundation haben Komponenten für Stromerzeugung, Kühlung, Wasseraufbereitung und Kommunikation geliefert, die geschickt miteinander kombiniert sind. Das Ziel ist es, den Dorfbewohnern neue Möglichkeiten zur Steigerung ihrer Produktivität zu bieten. Die ImpactSite ist sowohl in Bezug auf die sozialen als auch auf die wirtschaftlichen Bedingungen der Menschen vor Ort optimiert. Auch zwei Schulen in der Gemeinde profitieren nun vom Zugang zu Strom und sauberem Wasser. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Wilo-Foundation, die insbesondere die Elektrifizierung der Grundschule und mehrerer Haushalte sowie Workshops zur Berufsausbildung und Einkommenssteigerung für Frauen fördert.

Für die Africa GreenTec Foundation beginnt jetzt die eigentliche Arbeit:

Der erste Schritt besteht darin, den Bedürfnissen und Ideen der Gemeinde zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden, die sie unterstützen. Es sind Schulungen für die Frauen von N’diob geplant, um ihnen zu helfen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und/oder zu erweitern. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Frauenverbänden und sind gespannt darauf, mehr über ihre Geschäftsideen zu erfahren.

In diesem kurzen Film (von der Wilo Foundation) sind einige Eindrücke von der Eröffnung und unserer Arbeit.

[Opening ImpactSite N´diob, Senegal 2022 - Africa GreenTec Foundation & Wilo Foundation - YouTube](https://Eröffnung ImpactSite Ndiob)

Kooperation mit Tomorrow Bank

Tomorrow ist ein grüner Bank-Dienstleister, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, ausschließlich nachhaltige Projekte zu finanzieren und keine Rüstung, Kohlekraft oder Gentechnik zu unterstützen. Das Ziel ist es Menschen im globalen Süden zu unterstützen, denn sie leiden am stärksten untern den Folgen der Klimakrise, obwohl sie am wenigsten dazu beitragen. Seit Juli 2022 ist die Africa Greentec Foundation offizieller Partner von Tomorrow. Mit ihrer Rounding Up (Aufrunden-Aktion) können Kunden bei jeder Zahlung auf den vollen Euro aufrunden und so ausgewählte Projekte, die gut für Mensch und Natur sind unterstützen. So tragen die Kunden mit ihren Centbeträgen zur Klimagerechtigkeit bei. Die gesamte Tomorrow Community sammelt bis die Endsumme von 160.000 Euro zusammen kommt und spendet diese an die Africa GreenTec Foundation

Mit dem gespendeten Gelder möchten wir folgende Projekte umsetzen.

Cooltainer4Refugees

Problem

In den letzten Jahrzehnten haben Häufigkeit, Ausbreitung und Intensität von Konflikten (vor allem zwischen Staaten) weltweit zugenommen, was zu einem starken Anstieg der Zahl an geflüchteten Menschen führte.

Unser erstes Pilotprojekt konzentriert sich auf das UNHCR Refugee Camp wMbara in Mauretanien an der Grenze zu Mali. Dort leben derzeit über 120.000 Menschen die aus dem Mali geflohen sind. Eine große Zahl von Menschen ist wegen des anhaltenden Terrors und der Unterdrückung, und teilweise auch vor den extremen Auswirkungen des Klimawandels auf der Flucht. Sie sind seit Jahren in diesem Lager untergebracht, ohne eine wirkliche Perspektive oder Arbeitsmöglichkeiten. Die registrierten Refugees, haben das Problem, dass sie nicht in ihre Heimatstädte zurückkehren können.

Im Lager gibt es keine Stromquelle und keine Kühlketten. 40 % der Obst- und Gemüseernten in Afrika südlich der Sahara verderben. Aufgrund fehlender Kühlketten kann ein Großteil der Ernte in Subsahara-Afrika nicht lange gelagert werden und wertvolle Lebensmittel verderben täglich in der Sonne. Starke Klimaveränderungen erschweren die Bedingungen für die Bauern zusätzlich. Davon sind auch Kleinbauern und Einzelhändler rund um das Camp betroffen.

Lösung

Die AGT Foundation wird in Mbare einen Cooltainer installieren. Cooltainer sind autarke, solarbetriebene, begehbare Kühlschränke, in denen Obst, Gemüse und andere verderbliche Lebensmittel rund um die Uhr gelagert und konserviert werden können, um ihre Haltbarkeit für Landwirte, Einzelhändler und Großhändler zu verlängern. Übrigens werden die Cooltainer im Senegal von Africa GreenTec Senegal gebaut.

Die AGT Foundation wird sich auf die Ausbildung von mehr als fünf Refugees konzentrieren und sie mit den lebensverändernden Möglichkeiten vertraut machen, die ihnen die Führung eines eigenen Unternehmens bietet, was ihr Selbstvertrauen stärkt. Sie werden für den Cooltainer verantwortlich sein und den Kühlraum verkaufen und verwalten. Diese Bemühungen werden auch den Erhalt von bis zu 30 bestehenden lokalen Unternehmen durch Wertschöpfungsketten und Business-to-Business-Möglichkeiten unterstützen.

Cooltainer auf dem Weg nach N´diob, Senegal

Cooltainer4Women

Problem

Frauen in Afrika entscheiden sich eher als Männer für das Unternehmertum, weil es an besseren Möglichkeiten mangelt. Lohnarbeitsplätze sind in Afrika relativ rar, und dies gilt umso mehr für Frauen, die oft ein niedrigeres formales Bildungsniveau haben und bei der Einstellung diskriminiert werden. Außerdem sind Frauen in der Regel für die unbezahlte Arbeit zu Hause zuständig, einschließlich der Kinderbetreuung, was die Möglichkeiten, einkommensschaffende Arbeit zu verrichten, verringert.

Afrika ist weltweit führend, was die Zahl der weiblichen Unternehmerinnen betrifft. In der Tat sind Frauen in Afrika häufiger Unternehmerinnen als Männer. Frauen machen 58 % der selbständigen Bevölkerung des Kontinents aus. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Weltbank, “Profiting from Parity”, zeigt jedoch, dass Unternehmerinnen in Afrika südlich der Sahara nach wie vor weniger verdienen als Männer (im Durchschnitt 34 % weniger).

Lösung

Africa GreenTec Foundation e.V. fördert Unternehmertum in verschiedenen Schwerpunktbereichen. Einer davon ist die Entwicklung von Geschäftsmodellen mit Menschen (insbesondere Frauen) in ländlichen Regionen, hauptsächlich in Westafrika, mit dem Ziel, den Menschen ein regelmäßiges Einkommen zu ermöglichen, das den Zugang zu Energiedienstleistungen und -lösungen mit einer nachhaltigen, langfristigen Perspektive ermöglicht.

Cooltainer4women konzentiert sich auf die Ausbildung von Frauen und macht sie mit den lebensverändernden Möglichkeiten vertraut, die ihnen die Führung eines eigenen Unternehmens bietet, was ihr Selbstvertrauen stärkt. Sie werden für den Cooltainer verantwortlich sein und den Kühlraum verkaufen und verwalten. Diese Bemühungen werden auch den Erhalt von bis zu 30 bestehenden lokalen Unternehmen durch Wertschöpfungsketten und Business-to-Business-Möglichkeiten unterstützen.

Derzeit planen wir eine Kooperation mit dem World Food Program (WFP) Cooltainer4Women in zu Gambia platzieren, wo das WFP Unternehmerinnen unterstützt. Eines der Hauptprobleme ist nach wie vor der Mangel an geeigneten Kühllagern für die Konservierung von Frischfisch vor der Verarbeitung und Gemüse.

Frauenkooperative in Nianing II, Senegal

In den nächsten Wochen werden wir nach Mauretanien und nach Gambia fahren um die Lage genauer zu erkunden und mit den Unternehmer:innen ins Gespräch zu kommen.

Gerne werde ich mehr von den Reisen und den Entwicklungen berichten und freue mich über fragen, Anregungen und eure Gedanken zu unseren Cooltainerprojekten.

Bis Bald

Tanja

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Hallo Tanja,
das sind tolle Projekte. Ich wünsche Ihnen und der AGT Foundation viel Erfolg!
Herzliche Grüße
Martin

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Vielen Dank Martin!

Viele Grüße

Tanja

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Hallo Tanja,
War schon sehr gespannt wie ihr die Projekte begleitet und Eure Arbeitsschwerpunkte aussehen. Bin wieder erstaunt, wie ihr die Menschen zusammenbringt und für Multiplikatoren sorgt. Mich würde weiter interessieren wie die Arbeit mit den Frauenverbänden funktioniert und ob es bereits vermehrt organisierte Frauen in den Dorfgemeinschaften gibt. Sind solche Frauengemeinschaften bei den Männer akzeptiert oder gibt es auch Spannungen? Tolle Arbeit und viel Erfolg bei der weiteren Umsetzung. LG Heiko

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Hi Tanja,

cool, was ihr zeitgleich alles angeht! :muscle:

Zum Thema Cooltainer4women: Sucht ihr eventuell noch Frauengruppen als Abnehmer? Die lokale NGO GRAIF aus Thiès (https://graif.org/) arbeitet seit über 20 Jahren mit lokalen Frauen zusammen, u.a. in Form von Mikrokreditkreisen, Bildungsveranstaltungen Richtung politische Teilhabe / Leadership féminin, Gesundheit usw. Sie werden u.a. über die KAS-Stiftung aus Dakar finanziert. Ggf. hätte ich auch eine Möglichkeit, einen Investor aus Deutschland zu reaktivieren.

Oder vielleicht ist für Euch ja auch einfach ein Erfahrungsaustausch interessant?
Dann meld dich gern bei mir und ich stelle einen Kontakt her!

Viele Grüße - Judith

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Hi Heiko,
siehe mein Beitrag zu GRAIF: Es gibt an anderer Stelle schon lange sehr gute Erfahrungen mit Frauengruppen im Senegal. Dort sind keine Männer zugelassen (zu hoher Risikofaktor zB für Ausfall des Mikrokredits) - ich nehme an, die Männer finden es nicht gut, tolerieren es aber, da es hilft, die Familie mit zu finanzieren.
Daneben muss man sagen, dass die wirtschaftliche Aktivität weitgehend im kleineren Rahmen bleibt. Sprich da sind bisher keine Unternehmen o.ä. draus entstanden. Das scheint mir aber auch eine zu große Herausforderung, da viele Frauen ein niedriges Bildungsniveau haben. Wer weiß, für die Zukunft ändert sich das vielleicht :slight_smile:
Viele Grüße Judith

Hallo Judith,
Vielen Dank für Deine weiteren Infos. Toll welche Organisationen durch Frauen im Senegal schon funktionieren. Solche Gemeinschaften zu stärken, finde ich sehr wichtig. Da kommen die Angebote von AGT ja gerade richtig! Mit der Unterstützung von Schulen wird hoffentlich das Bildungsniveau der jungen Frauen in absehbarer Zeit stark verbessert und die Erwerbsgrundlagen verbreitern sich. Frauenpower für nachhaltiges Wirtschaften! Gruß Heiko

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Hallo Heiko,

schön von dir zu lesen. es git bereits Frauenverbände und -organisationen in den Dorfgemeinschaften. Sie sind bei den Männern im Senegal und Gambia weitesgehend akzeptiert. Anfangs versuchen wir durch Gespräch und Assessments die Bedürfnisse und Bedarfe der Frauen festzuhalten. Im nächsten Schritten möchte ich lokale Trainer:innen aus dem Senegal rekrutieren und entsprechende Workshop/Module entwickeln. Dies ja noch ein Pilotprojekt und ich hoffe dass wir auf dem Weg auch Anregungen von den Frauen bekommen für eine gute Zusammenarbeit.

Hallo Judith,

danke auch für deine wichtigen Anmerkungen. Ja in unserer Erfahrungen tolerieren sie aber unterstützen es auch nicht aktiv. Wobei wir in Nianing II eine Frauenkooperative haben die sehr von den Männern vor Ort unterstützt wird (sogar finanziell).

LG

Tanja