Einordnung von Africa GreenTec im Spektrum Social Entrepreneurship

Africa GreenTec versteht sich als Sozialunternehmen. Doch was bedeutet das?
Wir gehören zu den aktiven Mitgliedern des Verbands SEND e.V. Das SEND-Netzwerk zählt bereits über 400 Mitglieder: innovative Sozialunternehmen, aufstrebende Social Start Ups, engagierte Sozialunternehmer*innen, sowie Förderpartner aus Wirtschaft und Gesellschaft.

Doch was ist ein Sozialunternehmen?

Das primäre Ziel von Social Entrepreneurship ist die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Dies wird durch kontinuierliche Nutzung unternehmerischer Mittel erreicht und resultiert in neuen und innovativen Lösungen. Durch steuernde und kontrollierende Mechanismen wird sichergestellt, dass die gesellschaftlichen Ziele intern und extern gelebt werden. (Definition, SEND 2019)

Wir stehen vor einer Vielzahl gesellschaftlicher Herausforderungen. Klimawandel, Kinder- und Altersarmut, Digitalisierung, Reformstau im Bildungssystem, Integration geflüchteter Menschen oder demografischer Wandel sind nur einige Beispiele. Statt diesen Herausforderungen nachhaltig an deren Kernursache zu begegnen, wird oft den Symptomen mit Werkzeugen aus dem vergangen Jahrhundert begegnet. So werden Potenziale verschenkt und selten grundlegende gesellschaftliche Verbesserungen herbeigeführt. Bei all den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit muss hier ein anderer Anspruch bestehen. Wir benötigen ein Umdenken! Social Entrepreneure (Sozialunternehmer*innen) bringen genau diesen Anspruch mit und gehen unsere gesellschaftlichen Herausforderungen mit innovativen und zukunftsgerichteten Lösungen ganzheitlich an. Sie nutzen unternehmerische und zeitgemäße Instrumente und stellen dabei die soziale vor die finanzielle Rendite.

Social Entrepreneurship positioniert sich -oft auch juristisch- zwischen gewinnorientierte Unternehmen und gemeinnützige Vereine und Organisationen (NGO´s).

Innerhalb unserer Unternehmensgruppe sind wir im gesamten Spektrum der wissenschaftlichen Dimension aktiv (grüner Bereich).

Die Africa GreenTec AG verordnet sich als „Mission-driven for-profit enterprise“, dh. die Rendite spielt eine große Rolle, deswegen sind wir auch als Aktiengesellschaft aufgestellt. Die equity-Investoren gehen ein großes Risiko ein, erhalten aber die Chance auf ein gewinnbringendes Unternehmen, welches vorallem als Technologieunternehmen innovative Produkte, Dienstleistungen und Services entwickelt.

Unser Tochterunternehmen AGT Asset verordnen wir in in der Mitte als Social Business, Profite werden fast vollständig reinivestiert. Unsere Betreibergesellschaften wie z.B. in Mali verordnet sich in "Potentially self-sustaining social enterprise (>75% Market revenues).

Hier ist es sehr wichtig zu verstehen, dass „potentially“ bedeutet, dass es oft einer (staatlichen) oder philantrophischen Unterstützung z.B. durch Grants oder Spenden bedarf um die Wirkungsziele zu erreichen.

In unserem Fall bedeutet dass, dass wir auch auf Ebene unserer lokalen Gesellschaften im Bereich 25%
Subventionen und Grants verwenden.

Der wesentliche Unterschied in der Abgrenzung zur Traditionally Charity ist, dass wir den wesentlichen Teil der Eigenfinanzierung aus wirtschaftlicher Tätigkeit beschreiten.

Diese Zusammenhänge sind wichtig zu verstehen, denn die Nuancen sind sehr wichtig. Entscheidend für uns ist, dass wir überzeugt sind da eine nachhaltige Zukunft WEDER im blauen Bereich noch im orangenen Bereich möglich ist. Es geht darum eine Ausgeglichenheit zu schaffen zwischen wirtschaftlichen Interessen, dem Mensch und der Natur. Davon sind wir überzeugt.

Deshalb sind wir auch politisch überzeugt, dass Social Entrepreneurship die wichtige und richtige Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft sind, z.B. Armut und Klimawandel.

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Mit Don-Don ist die Erwartungshaltung von Akteuren in sog. Entwicklungsländern gemeint, dass der „weiße Mann“ bezahlt. Das Thema ist sehr vielschichtig. Für mich am Problematischsten ist der Erffekt, dass sich Akteure nicht mehr um eigene Lösungen und eigene Initiative bemühen, da die „Hilfs-“ Organisation die Leistung übernimmt, die der Akteur eigentlich zumindest zum Teil auch selbst erbringen könnte, z.B. durch mehr Anstrengung, mehr Aktivität.

Das hat dann zur Konsequenz, dass Entwicklungshilfe Probleme zu lösen versucht, die ohne die von ihr initiierten Hilfsgelder keinen Anreiz mehr schaffen aus Eigeninitiative gelöst zu werden.

Deswegen ist auch der Begriff „Hilfe zur Selbsthilfe“ sehr mit Vorsicht zu genießen. Man muss aus der „Hilfeindustrie“ aussteigen.

Die Akteure müssen ihren „Teil“ bringen und der (Investor) und nicht der Spender oder Hilfebringer muss eine Gegenleistung erwarten (dürfen).

Anders:

Es ist meiner Meinung nach falsch einen Brunnen zu schenken und komplett mit Spenden zu finanzieren.

Es ist meiner Meinung nach richtig in die Wasserversorgung in einem Dorf zu investieren und ein Geschäftsmodell für denjenigen bereit zu stellen, der den Brunnen instand hält und betreibt, was darauf hinausläuft das Menschen die Wasser aus dem Brunnen holen, dafür auch bezahlen müssen.

Dabei muss man nicht den Weg (wie Nestle) gehen und das Wasser vorher in Flaschen abfüllen um daran dann 30 Cent pro Liter zu verdienen.

Wenn aber ein Brunnen z.B. genossenschaftlich angeschafft wird und diejenigen die ihn nutzen auch eine Gebühr dafür entrichten, mit der die Genossenschaft den Brunnen und auch seine Wartung refinanziert ist das der richtige Weg.

Dazwischen gibt es jede Menge „Nuancen“ in der sich Spenden, Renditen, Darlehen etc. verteilen.

Entscheidend ist das Anreizsystem. Don-Don also Ich schenke dir die Lösung deines Problems ist nicht der richtige Weg.

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Die Frage, wie sich Unternehmen in der Zukunft positionieren, ist sehr Spannende und beschäftigt Africa GreenTec immer wieder neu. Was denkt ihr zu diesem Thema, ist die Gesellschaft schon bereit Unternehmertum anders zu denken? Nachhaltigkeit und eine Problemlöser-Mentalität spielen sicherlich eine Zentrale Rolle. Es gibt heute schon verschiedene Ansätze Unternehmen aufzubauen, die sich neben ökonomischen auch an ökologischen und sozialen Zielen messen. Als Africa GreenTec beschäftigen wir uns stark mit den Themen Social Entrepreneurship, Social Business und Gemeinwohlökonomie (GWÖ)
Selber positionieren wir uns auf unserer Website africagreentec.com als:

Impact-Driven for Profit
Als Sozialunternehmen ist das Lösen gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen oberste Priorität unserer Arbeit. Dabei verschenken oder spenden wir unsere Leistung nicht, sondern agieren mit unseren Kunden auf Augenhöhe. Unsere Preise und Löhne sind auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasst und so berechnet, dass eine ImpactSite möglichst wirtschaftlich selbstständig betrieben und instand gehalten werden kann. Somit ermöglichen wir, dass unsere Projekte nicht nach wenigen Jahren scheitern, sondern in jedem Sinne nachhaltig sind.
Als unternehmerisch handelnde Gesellschaft sind für uns Umsätze und Gewinne also Mittel zum Zweck – und nicht Zweck in sich selbst. Unser Ziel ist die Wirtschaftlichkeit, um unseren positiven Impact effizient skalieren zu können. Daher arbeiten wir aus Überzeugung for profit, sind aber im Kern Impact-Driven.

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Interessant! Würde mich mal interessieren, ob Africa GreentTec eine Gemeinwohlzertifizierung anstrebt oder schon konkret plant.

Hallo Tilman,
wir beschäftigen uns intensiv mit der GWÖ und sind bereits im Prozess der Zertifizierung. Als Teil einer lokalen Peergroup der GWÖ erarbeiten wir die Zertifizierung gemeinsam mit anderen lokal ansässigen Unternehmen. Teil uns gerne deine Meinung zu der GWÖ mit.